Welchen Stellenwert hat Ihr Auftritt in Hannover für Sie? Worin liegen für Sie überhaupt die Vorteile der Hannover Messe gegenüber anderen Messen, an denen Sie auch teilnehmen? Roland Bent: Messen spielen für uns als mittelständisches Unternehmen im Marketing-Mix eine ganz besondere Rolle. Selbst wenn elektronische Medien wie das Internet heute eine immer größere Bedeutung auch bei der Präsentation von Produktneuheiten haben, ist das unmittelbare und direkte Gespräch und der Erfahrungsaustausch mit dem Kunden, wie er in dieser hohen Dichte nur bei einer Messe möglich ist, durch nichts zu ersetzen. Der besondere Reiz der Hannover Messe liegt dabei in ihrem Charakter als horizontale Plattform, die alle Anwendungen der Industrieautomation, der Fertigungstechnik, der Prozesstechnik und der Gebäudetechnologie abdeckt. Dazu kommt das umfassende Spektrum der gezeigten Technologien bei gleichzeitiger hoher vertikaler Tiefe von der Prozess-Sensorik bis zur Integration der Automatisierungstechnik in betriebswirtschaftliche ERP-Systeme. Die Hannover Messe ist somit ein Schaufenster der gesamten Welt der Automatisierungstechnik. Dies und ihr internationaler Charakter differenziert sie von vielen anderen vertikalen und lokalen Fachmessen. Nur in Hannover haben wir als Hersteller der Automatisierungstechnik die Möglichkeiten, unsere Produkte und Innovationen im Gesamtkontext der Lösungen zu präsentieren. So gesehen stellt die Hannover Messe für uns ein absolutes Highlight im \’Marketingjahr\‘ zur Präsentation unserer aktuellen Innovationen dar. Wie verlief für Sie das Nachmessegeschäft 2006? Roland Bent: Der Konjunkturmotor läuft seit Ende letzten Jahres für die deutsche Automatisierungsindustrie sehr gut. Dies war auch deutlich während der Hannover Messe spürbar und gilt bis heute unverändert. Die direkten Auswirkungen der Messe auf unsere in der Regel eher mittel- und langfristig angelegten Geschäftsbeziehungen zu messen, ist im Allgemeinen sehr schwierig. Die Hannover Messe ist für uns ein Baustein im Aufbau neuer Kundenbeziehungen und dient der Verstärkung und Pflege bestehender Beziehungen. Dies ist uns definitiv auch in diesem Jahr gelungen. Es wurden viele neue Kontakte geknüpft, die jetzt in der vertrieblichen Arbeit gute Aussichten auf Geschäftserfolge aufweisen. Andererseits wurden auch Projektabschlüsse getätigt, denen aber eine entsprechende vertriebliche Vorarbeit vorausging. Gerade im internationalen Business haben wir sehr positive Auswirkungen unserer Messepräsentationen auf den Aufbau neuer Geschäftsbeziehungen gespürt, wie auch eine nachhaltige Intensivierung bestehender Beziehungen. So waren wichtige Kunden aus Asien und Nordamerika durch den Besuch unseres Messestands von der Leistungsstärke unseres Unternehmens beeindruckt, was sich bereits in konkreten Aufträgen niedergeschlagen hat. Wie nutzen Sie die Synergieeffekte der Hannover Messe, z.B. Research & Technology, Energy, Recruiting von Fachleuten, Ingenieuren? Roland Bent: Wir nutzen diese Synergieeffekte vielfältig. Für unsere Entwicklungsingenieure, die die Hannover Messe gleichermaßen wie ihre Vertriebskollegen systematisch besuchen, ergeben sich immer wieder neue Ansätze und Ideen aus dem Besuch der Fachmessen der Hannover Messe. Hier spielen auch die Fachmessen, die jenseits unseres eigenen Auftritts auf der Factory Automation und Interkama liegen, eine wichtige Rolle. Natürlich bietet die Messe auch eine Möglichkeit, das Wettbewerbsumfeld in einer hohen Konzentration zu erleben, so dass sich ein ideales Umfeld für unsere Marketing-Mitarbeiter für das Benchmarking ergibt. Ein weiterer wichtiger Aspekt ist die Akquisition neuer Mitarbeiter. So ist unser Personalmanagement durchgängig auf unserem Messestand präsent. Zahlreiche neue Kontakte zu Bewerbern im Ingenieurs- und Fachkräfte-Bereich wurden auf der letzten Messe geknüpft und haben sich auch schon in Einstellungen niedergeschlagen. Über Ihre Auslandsgesellschaften in 40 Ländern laden Sie systematisch Ihre Kunden zur Hannover Messe ein. Wie war in diesem Jahr die Reaktion Ihrer Gäste? Roland Bent: Durch die räumliche Nähe zwischen unserer Zentrale im ostwestfälischen Blomberg und Hannover – die Entfernung beträgt gerade einmal 80km – bietet sich die einmalige Gelegenheit, anlässlich der Messe internationale Kundengruppen einzuladen und einen Besuch der Hannover Messe mit entsprechenden Präsentationen und Besichtigungen unseres Stammhauses in Blomberg sowie unserer Elektronikfertigung in Bad Pyrmont zu verbinden. Wir nutzen diese Möglichkeit systematisch und haben in diesem Jahr Kundendelegationen aus 15 Ländern mit rund 400 Teilnehmern empfangen. Auf diese Weise lassen sich intensive Kontakte knüpfen und nachhaltige Eindrücke über die Leistungsstärke des Unternehmens vermitteln. Sie entwickeln jedes Jahr 50 bis 60 neue Produkte. Seit 1996 fertigt Ihre jüngste Tochter, die Phoenix Contact Electronics GmbH in Bad Pyrmont, innovative elektronische Produkte für die industrielle Automatisierung. In einigen Bereichen der industriellen Verbindungstechnik sind Sie Weltmarktführer. Was werden Sie in 2007 vorstellen? Roland Bent: Unsere Unternehmensmission lautet: \“Wir gestalten Fortschritt mit innovativen Lösungen, die begeistern.\“ Dies ist ein hoher Anspruch, den wir an uns selbst stellen und an dem uns unsere Kunden messen. Dies bedeutet für uns, dass wir jedes Jahr eine Vielzahl von innovativen Produkten entwickeln und dem Markt vorstellen. Das wird auch anlässlich der Hannover Messe 2007 wieder der Fall sein. Es ist heute noch etwas zu früh, hier schon \’die Katze aus dem Sack\‘ zu lassen, ich kann aber sicher sagen, dass wir zur Hannover Messe 2007 wieder zwischen 20 und 30 grundlegende Produktinnovationen aus allen fünf Geschäftsbereichen des Unternehmens vorstellen werden. Dabei werden wir die aktuellen Trendthemen der Automation wie Wireless, Industrial Ethernet, Safety & Security sowie innovative Verbindungstechniken im Feld und Schaltschrank besetzen. Hierauf aufbauend werden sich dann, wie in den Vorjahren, wieder einige hundert neue Produkte ergeben. Ihre konjunkturelle Einschätzung des Weltmarkts, des Inlandsmarkts? Roland Bent: Das Jahr 2006 hat sich als ein enorm starkes Jahr für die gesamte elektrotechnische Industrie dargestellt. Der ZVEI meldete für das erste Halbjahr ein Wachstum des Umsatzes in einer Größenordnung von gut 9%. Ein äußerst hoher Wert, selbst in Bezug auf die guten vergangenen Jahre. Sehr positiv ist dabei, dass dies nicht nur für die internationalen Märkte zutrifft, sondern dass sich auch der deutsche Markt für die elektrische Automatisierungstechnik wesentlich stärker darstellt. Dies liegt zum einen an der verbesserten deutschen Konjunkturlage, zum anderen aber auch daran, dass unsere wesentlichen Abnehmerkreise – wie beispielsweise der Maschinenbau – stark exportgetrieben sind. Ich gehe davon aus, dass sich diese positive Entwicklung des Jahres 2006 zumindest im ersten Halbjahr 2007 noch relativ unverändert fortsetzen wird. Der weitere Verlauf im nächsten Jahr ist aus heutiger Sicht noch schwer abzuschätzen. Der Verdrängungswettbewerb auf dem internationalen Messemarkt, vor allem aber im deutschen Messewesen, wird beklagt – gleichzeitig setzt sich die Messezersplitterung rasant fort. Wie reagieren Sie als Aussteller darauf? Roland Bent: Als Aussteller brauchen wir starke und attraktive Messen, die sich durch eine hohe Ausstellerpräsenz und guter Besucherresonanz auszeichnen. Beide Faktoren, die Anzahl von potenziellen Ausstellern, aber auch die Anzahl potenzieller Besucher, lassen sich nicht beliebig steigern, sondern sind begrenzt. Daraus lässt sich eindeutig ableiten, dass eine weitere Zersplitterung unserer Messelandschaft nicht dazu führt, dass wir mehr potenzielle Kunden erreichen können, sondern nur dazu, dass die Attraktivität der einzelnen Messen leidet und Aufwand und Kosten für uns als Aussteller immer größer werden. Konkret gesagt: Wir haben keinerlei Interesse an einer weiteren Zersplitterung der Messelandschaft, wir sehen eher die Notwendigkeit einer gewissen Konsolidierung. Als
\“Unmittelbares Gespräch durch nichts zu ersetzen\“
-
Stahlketten sichern Performance von Umreifungsanlagen
Gut verpackt
Wer seine Produkte in die ganze Welt verschickt, muss sicher sein können, dass sie ihr Ziel auch unbeschadet erreichen. An einer Transportsicherung führt deshalb kein Weg vorbei. Mögliche…
-
Security
Cyber-Sicherheit wird zum integralen Bestandteil der Maschinenkonzepte
Ab 2027 wird Cyber-Sicherheit verpflichtend: Maschinenhersteller müssen umfassende Security-Maßnahmen wie Security-by-Design und Update-Strategien integrieren. Phoenix Contact unterstützt praxisnah.
-
Bis 250mm Zeichenhöhe
Die fehlerunanfällige, widerstandsfähige Konstruktion und die einfache Bedienung sind die großen Vorteile der industriellen Großanzeigen der Serie S302.
-
Sensor für robuste Absolutpositionierung
Präzision im Heavy-Duty-Modus: Weg-Codier-System mit IO-Link
Wo automatisierte Laufkatzen und Hafenkräne tonnenschwere Lasten bewegen, benötigt die Steuerung absolute Positionsgeber für Positions- und Geschwindigkeitsdaten. Raue Umgebungsbedingungen dürfen die Zuverlässigkeit der Sensorik nicht beeinträchtigen. In solchen…
-
Zertifizierung nach IEC62443-4-1/2
Sicherheitssteuerung
Im November erhielt die Sicherheitssteuerung Flexi Compact von Sick vom Tüv Süd die Zertifizierung nach IEC62443-4-1/2.
-
Auftragsbestand im Verarbeitenden Gewerbe im September: +0,6% zum Vormonat
Der reale (preisbereinigte) Auftragsbestand im Verarbeitenden Gewerbe ist nach vorläufigen Ergebnissen des Statistischen…
-
Komponenten für energieoptimierte Maschinenkonzepte
Effizient antreiben, intelligent bremsen
Der Auftritt von KEB Automation auf der SPS steht ganz im Zeichen der…
-
Sicher und vollständig kalibrieren: detaillierte Checkliste von DataTec
Checkliste für sichere und vollständige Messgeräte-Kalibrierung
Messgeräte entsprechen ab Werk nur für begrenzte Zeit ihren Spezifikationen – meist ein…
-
Kabelmanagement-Lösung
Kabeldurchführungsplatte für extreme Außenbedingungen
Mit der KEL-DPU-OD bringt Icotek eine Kabeldurchführungsplatte auf den Markt, die speziell für…
-
Weidmüller Stripax – jetzt auf der Conrad Sourcing Platform
Schnell, einfach und präzise abisolieren
Weidmüller bringt die neue Generation der Stripax-Abisolierzange auf den Markt.
-
Märkte für elektronische Komponenten und Baugruppen wachsen zweistellig
Die globalen Märkte für elektronische Komponenten und Baugruppen verzeichnen ein starkes Wachstum.
-
Werkzeugmaschinenbestellungen haben Talsohle erreicht
Im dritten Quartal sank der Auftragseingang in der deutschen Werkzeugmaschinenindustrie um 5%.
-
Ginzinger und Limes Security
Whitepaper zeigt praxisnahen Weg zum Cyber Resilience Act
Ginzinger Electronic Systems und Limes Security haben ein gemeinsames Whitepaper zum Cyber Resilience…
-
Industrielle Bildverarbeitung
Neues Deep-Learning-Feature in Halcon 25.11
MVTec erweitert seine Machine-Vision-Software Halcon 25.11 um das neue Deep-Learning-Feature Continual Learning.
-
Panduit stellt besonders kurzen, geschirmten Keystone-RJ45-Jack vor
Keystone-Buchse: kompakt und kurz
Panduit erweitert sein Portfolio um kompakte Cat-6/Cat-6A-Keystone-Module, die sich einfach in Standard-Keystone-Aufnahmen vieler…
-
OPC UA für die Feldebene
Aktueller Status und Ausblick
OPC UA FX (Field eXchange) ist ein zentraler Bestandteil der Weiterentwicklung von OPC…
-
Inverse modulare Kabeldurchführungen mit geteiltem Rahmen
Flexible Kabeldurchführung
Mit KDSI-SR-G erweitert Conta-Clip sein modulares Kabeldurchführungssystem um einen zweigeteilten Rahmen, der die…
-
Sichere Fernwartung – leicht gemacht
Keine Chance für Cyber-Brechstangen
Online-Kriminelle haben die OT für sich entdeckt – das zeigen u.a. rasant steigende…
-
Neue Not-Halt-Baureihe
Robuste Not-Halt-Schalter mit M12-Anschluss
Mit Quartex Connect bringt Schlegel eine neue Not-Halt-Baureihe für 22,3mm-Bohrungen auf den Markt…
-
Indien und Brasilien bleiben Wachstumsstützen für den Maschinenbau
Die weltweite Geschäftslage der Maschinen- und Anlagenbaufirmen aus Deutschland und Europa zeigt weiterhin…
-
TKD Kabel erweitert Produktfinder zum Kundenportal
Schneller zum Kabel, das passt
TKD Kabel hat seinen Online-Produktfinder zu einem kundenorientierten Portal ausgebaut, das den Zugang…
-
VDMA-Studie
Mehr als die Hälfte der Maschinen- und Anlagenbauer setzt auf OPC UA
Laut aktueller Interoperabilitätsstudie des VDMA sehen 84% der Unternehmen einen konkreten Bedarf an…
-
Energieverbrauch der Industrie um 1,9% gestiegen
Die deutsche Industrie hat im Jahr 2024 insgesamt 3.343 Petajoule Energie verbraucht.
-
Time Sensitive Networking
TSN-Layer-3-Switch für präzise Echtzeitkommunikation
Mit dem TSN-6325-8T4S4X präsentiert Spectra einen Managed Industrial Ethernet Switch, der für zeitkritische…
-
Für Motion-Control-Anwendungen
BiSS-Master-Chip mit SPI und RS-422-Transceiver
Mit iC-MBE stellt iC-Haus einen SPI-zu-BiSS-Master-Konverter vor, der die Integration der offenen BiSS-…
das könnte sie auch interessieren
-
Lapp stellt auf der SPS 2025 aus
Verbindungslösungen für industrielle Automatisierung von Morgen
-
Multivariable und energieeffiziente Steuerung
Multivariabel und energieeffizient
-
Sensoren, Ladekabel und Cybersicherheits-Zertifizierung
Zertifizierte, sichere Entwicklungsprozesse
-
OPC UA als Enabler für Data Spaces und KI
Semantische Standards

















