Die gute Nachricht zuerst: In Sachen Besucherzahlen konnte die SPS/IPC/Drives in diesem Jahr, trotz allgegenwärtiger Wirtschaftskrise, noch einmal zulegen. Fast 500 Besucher mehr als im Vorjahr machten sich auf den Weg nach Nürnberg. Das hat verschiedene Gründe: Zum einen fokussiert sich die Messe gezielt auf die Automatisierungstechnik und versteht es dabei ganz bewusst, auf Verwässerungen hin zu anderen Technologiefeldern zu verzichten. Zum anderen positionierte sie sich, wie immer, als Arbeitsmesse im besten Sinne des Wortes. Hier konnten Fachbesucher mit konkreten Anliegen oder Problemen in Sachen Automatisierungstechnik stets die passenden und kompetenten Gesprächspartner finden, die ihnen konkrete Lösungsansätze präsentierten. Die elf Messehallen waren gut gefüllt, dichtes Gedränge blieb jedoch aus. Vielmehr verteilte sich der Besucherstrom erstaunlich gleichmäßig auf sämtliche Messehallen. Die Themenbereiche der Messe, die in diesem Jahr Steuerungstechnik, Industrie-PCs, Antriebstechnik, Bedienen und Beobachten, Kommunikation, Sensorik, Software, Interfacetechnik und Mechanische Systeme/Peripherie hießen, waren den Messehallen klar zugeordnet und ermöglichten es den Besuchern, direkte Vergleiche zwischen den Lösungsansätzen verschiedener Anbieter anzustellen. Die Schwerpunktthemen der Veranstaltung, \’Energieeffizienz\‘, \’Industrial Identification\‘ und \’Safety und Security\‘, stellen dabei drei besonders wichtige Innovationsbereiche der elektrischen Automatisierung gezielt heraus. Mehr Platz für Aussteller Dass das in diesem Jahr besonders gut möglich war, liegt u.a. daran, dass den Ausstellern genügend Fläche zur Verfügung gestanden hat. Auf 89.000m2 Ausstellungsfläche zeigten in diesem Jahr 1.237 Aussteller ihre Produkte und Lösungen. Das bedeutet, dass pro Aussteller im Durchschnitt 71,95m² Ausstellungsfläche gefüllt werden konnten. Im Vorjahr lag dieser Wert bei 68,33m2 und im Jahr 2007 lediglich bei 66,54m². Der Trend geht also eindeutig in Richtung: \“Mehr Platz für Innovationen\“. Das liegt sicherlich auch daran, dass in diesem Jahr etwa 150 Aussteller weniger ihre Produkte zeigten als noch im Boomjahr 2008. 972 Aussteller der SPS/IPC/Drives 2009 stammen aus Deutschland, 265 Unternehmen aus dem Ausland. Am stärksten vertreten sind dabei Firmen aus Italien, Schweiz und Österreich sowie China und Taiwan. Im Zuge der gegenwärtig immer noch anhaltenden Wirtschaftskrise kann die Mesago die vorgelegten Zahlen zu Recht als Erfolg verbuchen. Gleichzeitig sind sie auch als positives Signal für die Trendwende in der gesamten Automatisierungsbranche zu werten. Eine Arbeitsmesse, die Spaß macht Die SPS/IPC/Drives ist als Arbeitsmesse konzipiert und auch deshalb so beliebt, weil Aussteller und Veranstalter auf überflüssigen Firlefanz und laute Showeffekte verzichten. Zahlreiche Produktneuheiten und innovative Lösungen genügen den qualifizierten Fachbesuchern, um für gute Stimmung zu sorgen. So hielten sich sämtliche Aussteller an den Wunsch des Ausstellerbeirates auf unnötige Lärmbelästigung durch laute Messepräsentationen zu verzichten. Die verlängerten Öffnungszeiten am Dienstag und Mittwoch finden hingegen ein geteiltes Echo. Viele Aussteller nutzten die zusätzliche Zeit, um sich auf den Ständen der Wettbewerber und Partner umzuschauen. Fast auf jedem Stand konnten die Fachbesucher neue interessante Angebote zur elektrischen Automatisierung finden. Damit ist die SPS/IPC/Drives zu dem Messeevent geworden, zu dem die Hersteller ihre Neuheiten präsentieren. Ort der Diskussionen Auch die Diskussionsforen in den Hallen 2 und 8 waren größtenteils gut besucht. So auch die Podiumsdiskussion zum Thema \’Green Automation – Energieeffizienz in der Produktion\‘ mit Dr. Alexander Horch von ABB, Bernhard Hünermund von Schneider Electric, Jürgen Lauber von Saia-Burgess und Dr. Gerd-Ulrich Spohr von der Siemens AG. Moderiert wurde die Veranstaltung von SPS-MAGAZIN-Chefredakteur Kai Binder. Ein ausführlicher Bericht dazu folgt in der nächsten Ausgabe. Teilnehmerschwund beim Kongress So positiv die Bilanz der Ausstellung der SPS/IPC/Drives auch ausfallen mag, der begleitende Kongress hat mit kontinuierlich schrumpfenden Teilnehmerzahlen zu kämpfen. Zwar hat er mit 56 Vorträgen und vier Tutorien ein üppiges Programm, doch während im letzten Jahr noch 406 Anmeldungen eingingen (2007: 447, 2006: 478), besuchten in diesem Jahr nur noch 281 Teilnehmer die Veranstaltung. Die Schwerpunkte \’Produktionsanlagen\‘, \’Industrielle Kommunikation\‘ und \’Elektrische Antriebe\‘, denen die einzelnen Vortragssessions zugeordnet sind, wurden von der Trendsession \’Open Source Software\‘ komplettiert. Auch wenn diese Teilnehmerzahl im Krisenjahr vor dem Hintergrund reduzierter Reisebudgets und restriktiver Spesenregelungen gesehen werden muss: Die Veranstalter müssen sich fragen, wo die Ursachen für diesen Teilnehmerschwund liegen. Einfache Antworten wird es hier sicherlich nicht geben. Ein schöner Erfolg zum Jubiläum Trotz dieses Wermutstropfens können sich die Messeveranstalter über diesen schönen Erfolg zum 20. Jubiläum freuen. Und auch die Austeller zeigten sich im Gespäch gewohnt zufrieden mit der SPS/IPC/Drives. Und weil sich das Konzept der Veranstaltung als Arbeitsmesse mit klarem Fokus auf die Automatisierungsbranche bewährt hat, wird es zusätzlich ausländische Veranstaltungen in gleicher Form in Parma (Italien) und in Guangzhou (China) geben. Fazit Eine \“desaströse\“ SPS/IPC/Drives haben wohl nur unverbesserliche Pessimisten befürchtet, zu gut waren die Zeichen in den letzten Wochen und fest etabliert ist die Messe im Kalender von Ausstellern und Besuchern. Ein Rückgang von 10,8% im langfristigeren Ausstellergeschäft gepaart mit einer wachsenden Besucherzahl sind ein gutes Zeichen für die gesamte Branche. Die nächste SPS/IPC/Drives in Nürnberg findet übrigens vom 23.11.2010 bis zum 25.11.2010 statt und bietet sicher wieder einen ausgezeichneten Platz für Innovationen. (ssp/kbn)
SPS/IPC/Drives 2009 – Viel Platz für Innovationen
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