Warum werden gerade diese Netzwerke attackiert? Für die meisten großen Unternehmen ist Sicherheit ein zentrales Thema. Sie unterhalten spezielle Abteilungen zur Sicherung zweier zentraler Netzwerkbereiche (Schlüssel-Netzwerke): Die Rechenzentren (Server) und die Arbeitsautomatisierung (Workstations). Beide Netzwerke unterstützen die unternehmensweiten Geschäftsprozesse maßgeblich. Ein \’dritter\‘ Netzwerkbereich, das Prozessteuerungsnetzwerk, sollte jedoch mehr Aufmerksamkeit erhalten. Oft als Scada- (Supervisory Control and Data Acquisition) Netzwerke, aufgrund ihrer Einbindung in industriellen Prozessen, bezeichnet, verbinden diese eher Anlagen als Computer und unterstützen mehr Systeme als Personen. In Branchen wie Versorgung, Transport, Logistik, produzierender und pharmazeutischer Industrie sind diese Netzwerke für die Geschäftstätigkeit entscheidend. In öffentlichen Versorgungseinrichtungen sind sie sogar so wichtig, dass sie als Teil der kritischen, nationalen Infrastruktur gelten. In der Logistik-Branche steuern sie Millionen von Paketen pro Tag. In anderen Unternehmen operiert dieses Netzwerk jedoch hinter den Kulissen und verschafft unbemerkt Zugang zu Gebäuden oder steuert Heizung und Belüftung, Aufzüge sowie die Kühlung von Rechenzentren. Scada-Netzwerke sind die am häufigsten ungeschützten Netzwerke. Cyberkriminelle haben sie nun im Fokus. Sobald sie hierzu Zugang erhalten, können die Auswirkungen für viele Unternehmen, deren Kunden und vielleicht sogar die Allgemeinheit extrem schädlich sein. Was macht diese Netzwerke so verwundbar? Angriffe werden ausgefeilter, da sich ihre Motive von der amateurhaften \’Suche nach Ruhm\‘ hin zu politisch motivierten Attacken in Form von \’Hacktivismus\‘, Spionage oder Angriffe durch einen anderen Staat bewegen. Die von Profis entwickelten fortschrittlichen und kontinuierlichen Angriffe werden immer ausgefeilter und komplexer. Das macht es schwierig, sie zu erkennen, geschweige denn unschädlich zu machen. Zunehmende Problematik Netzwerke werden immer stärker miteinander verwoben, da die Geschäftswelt nach Daten \’hungert\‘, um schneller Entscheidungen treffen zu können. Darüber hinaus ermöglichen es Anbieter, eine Vielzahl von Tätigkeiten online zu erledigen, um Supportkosten zu senken und die Kundenbindung zu erhöhen. In der Zeit ihrer Entwicklung wurden Prozesssteuerungssysteme als absolut sicher angesehen. Heute entsprechen sie oft nicht den aktuellen Sicherheitsgrundsätzen. Die von den Herstellern veröffentlichten Patches können aufgrund von Anforderungen an die Systemverfügbarkeit schwierig aufgespielt werden. Das Scada-Netzwerk ist häufig \’unsichtbar\‘ und erhält daher nicht die Beachtung und Investitionen, um das Sicherheitslevel entsprechend der gestiegenen Anzahl an Angriffen zu erhöhen. In den meisten Unternehmen verwalten Ingenieure das Prozesssteuerungsnetzwerk während die IT-Abteilung die anderen Netzwerke betreut. Beide Gruppen haben verschiedene Aufgaben und Prioritäten. Angesichts der unterschiedlichen Aufgabenbereiche sollten Unternehmen bei der Prüfung ihrer Sicherheitslösung die speziellen Anforderungen und Prioritäten der Ingenieure berücksichtigen, die für die Scada-Netzwerke verantwortlich sind. Zielsetzungen in Produktionsnetzen Erstens sollten Sicherheitslösungen nicht in geschlossene Systeme eingreifen, da dies die Steuerung gefährden könnte. Zweitens sollte Verfügbarkeit bzw. Ausfallsicherheit das wichtigste Ziel für das Netzwerk sein. Drittens ist zu beachten, dass Richtlinien zum regelmäßigen Passwortwechsel einen Betrieb dadurch gefährden können, dass Ingenieure aus einem System ausgeschlossen werden. Viertens sind Sicherheitstools, die direkten Internetzugang benötigen, nicht funktional – viele Steuerungsnetzwerke sind fest vom Internet abgeschirmt. Prozesssteuerungsnetzwerke sind gleichzeitig an verschiedenen Stellen verwundbar, die geschützt werden müssen. Die Schnittstelle zwischen Mensch, Maschine und Prozess Server basieren gewöhnlich auf MS-Windows. Sie stellen potentielle Zugänge für jeden Angreifer dar, der über das Unternehmensnetzwerk kommt und bekannte Sicherheitslücken ausnutzt. Fernbedienungsterminals und speicherprogrammierbare Steuerungen (SPS) sind häufig proprietär. Um in das Netzwerk einzudringen, erfordern sie eine differenzierte Kenntnis des Steuerungssystems, was die Würmer Stuxnet und Duqu bewiesen. Richtilinien für Sicherheitslösungen Die folgenden Richtlinien helfen Unternehmen, Sicherheitslösungen für die Produktionsumgebung auszuwählen, die die Anforderungen und Prioritäten der Umgebung des Prozesssteuerungsnetzwerks unterstützen und gleichzeitig den Schutz erhöhen: Die Lösung sollte flexibel genug sein, im Passiv-Modus oder Inline betrieben zu arbeiten. So werden in sich geschlossene Prozesse selbst bei einem Software-, Hardware- oder Netzausfall nicht unterbrochen. Sie sollte ein umfassendes Regelverzeichnis und ein offenes Regelformat anbieten, um Scada-Regelsätze, Regeln staatlicher Stellen und weitere Regeln Dritter sowie firmeneigene Regeln umzusetzen. Die Sicherheitslösung sollte die Auslastung eines Netzwerks kontrollieren, gesplittet nach Anwendung, Nutzer und Gruppe, um idealerweise Netzwerksteuerungszonen für eine maximale Flexibilität voneinander zu trennen. Sie bietet optimaler Weise passive Bestandsermittlung, automatische Bewertung der Folgen, sowie Regeln, die korrektive Maßnahmen nur bei den Bedrohungen einleiten, die eine Gefahr für ein spezifisches Netzwerk im Unternehmen sind. Sie ermöglicht eine zentrale Überwachung und Verwaltung, um entscheidende Netzwerksicherheitsfunktionen zu vereinheitlichen, die Administration zu vereinfachen und Reaktionen zu beschleunigen. Fazit Prozessteuerungsnetzwerke sind geschäftskritisch und deren Absicherung ist von absolut entscheidender Bedeutung. Indem das Scada-Netzwerk zunehmend in den Fokus professioneller Angreifer gerät, sollte es zum einen zur Managementaufgabe erhoben werden, zum anderen sollte es die Aufmerksamkeit und auch den Schutz im Unternehmen erhalten, die es verdient.
Schutz von Scada im Fokus
-
Security
Cyber-Sicherheit wird zum integralen Bestandteil der Maschinenkonzepte
Ab 2027 wird Cyber-Sicherheit verpflichtend: Maschinenhersteller müssen umfassende Security-Maßnahmen wie Security-by-Design und Update-Strategien integrieren. Phoenix Contact unterstützt praxisnah.
-
Bis 250mm Zeichenhöhe
Die fehlerunanfällige, widerstandsfähige Konstruktion und die einfache Bedienung sind die großen Vorteile der industriellen Großanzeigen der Serie S302.
-
Sensor für robuste Absolutpositionierung
Präzision im Heavy-Duty-Modus: Weg-Codier-System mit IO-Link
Wo automatisierte Laufkatzen und Hafenkräne tonnenschwere Lasten bewegen, benötigt die Steuerung absolute Positionsgeber für Positions- und Geschwindigkeitsdaten. Raue Umgebungsbedingungen dürfen die Zuverlässigkeit der Sensorik nicht beeinträchtigen. In solchen…
-
Zertifizierung nach IEC62443-4-1/2
Sicherheitssteuerung
Im November erhielt die Sicherheitssteuerung Flexi Compact von Sick vom Tüv Süd die Zertifizierung nach IEC62443-4-1/2.
-
Elektroexporte im September: Bester Monat im Jahresverlauf
Die Exporte der deutschen Elektro- und Digitalindustrie sind im September um 9,6% gegenüber Vorjahr auf 22,2Mrd.€ gestiegen.
-
Komponenten für energieoptimierte Maschinenkonzepte
Effizient antreiben, intelligent bremsen
Der Auftritt von KEB Automation auf der SPS steht ganz im Zeichen der…
-
Stahlketten sichern Performance von Umreifungsanlagen
Gut verpackt
Wer seine Produkte in die ganze Welt verschickt, muss sicher sein können, dass…
-
Kabelmanagement-Lösung
Kabeldurchführungsplatte für extreme Außenbedingungen
Mit der KEL-DPU-OD bringt Icotek eine Kabeldurchführungsplatte auf den Markt, die speziell für…
-
Auftragsbestand im Verarbeitenden Gewerbe im September: +0,6% zum Vormonat
Der reale (preisbereinigte) Auftragsbestand im Verarbeitenden Gewerbe ist nach vorläufigen Ergebnissen des Statistischen…
-
Märkte für elektronische Komponenten und Baugruppen wachsen zweistellig
Die globalen Märkte für elektronische Komponenten und Baugruppen verzeichnen ein starkes Wachstum.
-
Werkzeugmaschinenbestellungen haben Talsohle erreicht
Im dritten Quartal sank der Auftragseingang in der deutschen Werkzeugmaschinenindustrie um 5%.
-
Ginzinger und Limes Security
Whitepaper zeigt praxisnahen Weg zum Cyber Resilience Act
Ginzinger Electronic Systems und Limes Security haben ein gemeinsames Whitepaper zum Cyber Resilience…
-
Sicher und vollständig kalibrieren: detaillierte Checkliste von DataTec
Checkliste für sichere und vollständige Messgeräte-Kalibrierung
Messgeräte entsprechen ab Werk nur für begrenzte Zeit ihren Spezifikationen – meist ein…
-
Panduit stellt besonders kurzen, geschirmten Keystone-RJ45-Jack vor
Keystone-Buchse: kompakt und kurz
Panduit erweitert sein Portfolio um kompakte Cat-6/Cat-6A-Keystone-Module, die sich einfach in Standard-Keystone-Aufnahmen vieler…
-
OPC UA für die Feldebene
Aktueller Status und Ausblick
OPC UA FX (Field eXchange) ist ein zentraler Bestandteil der Weiterentwicklung von OPC…
-
Inverse modulare Kabeldurchführungen mit geteiltem Rahmen
Flexible Kabeldurchführung
Mit KDSI-SR-G erweitert Conta-Clip sein modulares Kabeldurchführungssystem um einen zweigeteilten Rahmen, der die…
-
Sichere Fernwartung – leicht gemacht
Keine Chance für Cyber-Brechstangen
Online-Kriminelle haben die OT für sich entdeckt – das zeigen u.a. rasant steigende…
-
Neue Not-Halt-Baureihe
Robuste Not-Halt-Schalter mit M12-Anschluss
Mit Quartex Connect bringt Schlegel eine neue Not-Halt-Baureihe für 22,3mm-Bohrungen auf den Markt…
-
Weidmüller Stripax – jetzt auf der Conrad Sourcing Platform
Schnell, einfach und präzise abisolieren
Weidmüller bringt die neue Generation der Stripax-Abisolierzange auf den Markt.
-
TKD Kabel erweitert Produktfinder zum Kundenportal
Schneller zum Kabel, das passt
TKD Kabel hat seinen Online-Produktfinder zu einem kundenorientierten Portal ausgebaut, das den Zugang…
-
VDMA-Studie
Mehr als die Hälfte der Maschinen- und Anlagenbauer setzt auf OPC UA
Laut aktueller Interoperabilitätsstudie des VDMA sehen 84% der Unternehmen einen konkreten Bedarf an…
-
Energieverbrauch der Industrie um 1,9% gestiegen
Die deutsche Industrie hat im Jahr 2024 insgesamt 3.343 Petajoule Energie verbraucht.
-
Time Sensitive Networking
TSN-Layer-3-Switch für präzise Echtzeitkommunikation
Mit dem TSN-6325-8T4S4X präsentiert Spectra einen Managed Industrial Ethernet Switch, der für zeitkritische…
-
Für Motion-Control-Anwendungen
BiSS-Master-Chip mit SPI und RS-422-Transceiver
Mit iC-MBE stellt iC-Haus einen SPI-zu-BiSS-Master-Konverter vor, der die Integration der offenen BiSS-…
-
Industrielle Bildverarbeitung
Neues Deep-Learning-Feature in Halcon 25.11
MVTec erweitert seine Machine-Vision-Software Halcon 25.11 um das neue Deep-Learning-Feature Continual Learning.
das könnte sie auch interessieren
-
Multivariable und energieeffiziente Steuerung
Multivariabel und energieeffizient
-
Sensoren, Ladekabel und Cybersicherheits-Zertifizierung
Zertifizierte, sichere Entwicklungsprozesse
-
OPC UA als Enabler für Data Spaces und KI
Semantische Standards
-
Multilevel-Technologie vermeidet LC-Filter und senkt Energiekosten
Drei Level für weniger Verluste

















