Ausgangspunkt für die Auswahl von Sicherheitssystemen für Maschinen ist eine vorherige Risikoanalyse der Anlage. Es müssen mehrere Faktoren für die Risikoabschätzung herangezogen werden: die Wahrscheinlichkeit einer Verletzung oder Gesundheitsgefährdung, die Häufigkeit und Dauer der Gefährdungsexposition, der höchste vorhersehbare Schweregrad einer Verletzung, die Zuverlässigkeit der Sicherheitsfunktionen, die mögliche Umgehung der Vermeidung von Gefährdungen. Aus diesen Einflussgrößen ergeben sich fünf Risikoanforderungsklassen. Die Risikobewertung führt zu einem geforderten Sicherheitsniveau für die sicherheitsrelevanten Teile der Steuerung. Hier müssen drei Parameter festgelegt werden: die Schwere einer möglichen Verletzung, Aufenthaltsdauer und -häufigkeit des Bedieners im Arbeitsbereich der Maschine sowie die Möglichkeit der Vermeidung von Gefährdungen. Nachdem diese Parameter im Rahmen der Risikoabschätzung bestimmt wurden, ergibt sich eine von fünf Risikokategorien (B,1,2,3,4). Für jede der Kategorien werden Anforderungen, z.B. an die Beherrschung von Fehlern der Steuerung, gestellt. Die Bestimmung der Risikoparameter, die zu dem bekannten Risikografen der Sicherheitsnorm EN954 führen, behält ihre Bedeutung auch in der Norm-Fortschreibung zur ISO13849, in der die Risikobeurteilung erweitert wird. Unfallvermeidung durch Integration Ein nicht zu unterschätzender Faktor für die Unfallvermeidung ist letztendlich die gute Integration der Schutzeinrichtungen. Sie sollten so in die Maschine und in die Arbeitsabläufe integriert sein, dass sie die Produktivität der Maschine nicht beeinträchtigen. Ist die Schutzeinrichtung so eingebaut, dass man sie nicht oder kaum bemerkt, kommt der Bediener der Maschine gar nicht erst in Versuchung, sie zu umgehen oder zu manipulieren. Denn Untersuchungen haben ergeben, dass etwa 40% der Unfälle bei fehlerfrei arbeitenden Maschinen und funktionierenden Schutzeinrichtungen passieren. Dort liegt der Schluss einer Manipulation der Schutzeinrichtung als Ursache nahe. Ausführungen von Sicherheitsschaltern Die Türabsicherungen und Verriegelungseinrichtungen werden in zahlreichen Ausführungen und Varianten angeboten. Eine besonders gute Integrationsmöglichkeit bieten die Scharnierschalter, die die Überwachung und Absicherung von schwenkbaren Schutzeinrichtungen erledigen. Diese Produkte sind oftmals für den Einsatz an Aluminium-Profilsystemen optimiert, können aufgrund ihrer geringen Bautiefe aber auch unter beengten Einbauverhältnissen eingesetzt werden. Die Überwachung der Schutzeinrichtung erfolgt direkt im Scharnier. Der Sicherheitsschalter ist fast nicht mehr zu lokalisieren, was einen hohen Manipulationsschutz bewirkt. Ein Unterscheidungsmerkmal bei den Sicherheitsschaltern ist ihre Bauform. Es gibt Ausführungen bei denen Schaltglied und Betätigungsorgan funktionell und konstruktiv eine Einheit bilden und Varianten, die keine konstruktive Einheit bilden, aber bei Betätigung funktionell zusammengeführt oder getrennt werden. Bei der ersten Variante wird die Sicherheitsfunktion beim Bewegen des Betätigungsorgans des Schalters erreicht, im zweiten Fall bei Entfernen des Betätigungsorgans vom Schalter. Die Sicherheitsverriegelungen gibt es ohne oder mit Zuhaltung. Verriegelungen ohne Zuhaltung können immer dann eingesetzt werden, wenn die gefahrbringende Bewegung zum Stillstand gekommen ist, bevor die eintretende Person die Gefahrenstelle erreichen kann. Schalter mit Zuhaltung sind gefragt, wo gefährliche Nachlaufbewegungen vorkommen können oder wenn einzelne Prozessschritte nicht mitten im Zyklus unterbrochen werden dürfen. In der Praxis hat sich hier bewährt, dass die Zuhaltung in der Nähe des Türgriffs angebracht wird. Diese Maßnahme verhindert ein Verziehen der Tür. Ist die Zuhaltung im oberen Bereich der Tür angebracht, der Griff aber unten, kann es beim Öffnen der noch zugehaltenen Tür zu Verspannungen kommen. Resümee Der Anwender findet in unserer Marktübersicht eine große Auswahl an Produkten, mit denen die hohen Anforderungen, die heutzutage an Sicherheitslösungen in Produktionsanlagen gestellt werden, verwirklicht werden können. Die Kriterien sind durch Sicherheitsnormen festgelegt, nach denen eine Risikoanalyse der Anlage vorgenommen wird. In unserer Marktübersicht sieht man eine große Vielfalt an Produkten für die unterschiedlichsten Sicherheitslösungen im Bereich Türabsicherungen, Verriegelungen und Zuhaltungen. Schaut man genauer hin, sind seit der letzten Marktübersicht einige Neuerungen zu beobachten. Hier ist besonders die verbesserte Ergonomie der Produkte zu erwähnen, denn man hat erkannt, dass eine gute Ergonomie auch das Sicherheitsniveau erhöht.
Marktübersicht: Türabsicherungen und Verriegelungseinrichtungen
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