Vor rund 45 Jahren konnte das Unternehmen Krones alle relevanten Bedienvorgänge mit konventionellen Anzeigelämpchen und Schaltern auf einem DIN A4 großen Kommandokasten realisieren – das entspricht in etwa einer Seite an einem modernen Touchscreen. Mitte der 90er Jahre waren es dann bereits 30 Bedienseiten auf dem Krones-Touch-Panel. Inzwischen ist der Touchscreen viel mehr als nur Bediengerät, sodass 100 bis 250 Bildschirmseiten auf den Panels zur Verfügung stehen, ein Drittel dabei für die Bedienung, zwei Drittel für die Diagnose. Grund dafür ist der höhere Automatisierungsgrad und die steigende Anzahl an elektrischen Antriebseinheiten. So müssen beispielsweise Etikettiermaschinen heute eine hohe Flexibilität aufweisen: Unterschiedliche Etikettierverfahren verarbeiten verschiedenste Materialien wie Folie oder Papier, Etiketten müssen korrekt zugeschnitten und platziert werden, die Maschinen müssen die Qualität des Prozesses überwachen. Die einfache und effiziente Bedienung von Maschinen und Anlagen wird damit eine immer größere Herausforderung: \“Mit dem steigenden Leistungs- und Funktionsumfang steigen auch die Nutzungsmöglichkeiten einer Maschine oder Anlage. Dies darf jedoch auf keinen Fall dazu führen, dass die Bediener der Maschinen überfordert werden. Die Menge an Funktionen und Leistungen der Maschinen muss in den Hintergrund rücken. Die Maschinenbedienung muss so gestaltet sein, dass der Mitarbeiter von der Komplexität nichts spürt. Es hat oberste Priorität, dass der Bediener seine Aufgaben effizient und produktiv erledigen kann\“, erklärt Robert Giehrl, Leiter Steuerungstechnik, Forschung und Entwicklung bei der Krones AG in Neutraubling. Moderne HMI/Scada-Lösung für fortschrittliches Design Bereits seit dem Jahr 2001 nutzt die Krones AG zenon als HMI/Scada-Lösung. zenon ist heute mit allen grafischen Eigenschaften ausgestattet, die für die moderne Gestaltung effektiver Schnittstellen zwischen Bediener und Maschine notwendig sind. Grundlage für die kontinuierliche Weiterentwicklung der HMI/Scada-Software ist Usability-Forschung. Die Ergebnisse der Marktuntersuchungen zeigen, dass Anwendungen mit optimierter Benutzerführung die Produktivität deutlich steigern. Dafür gibt es zwei Gründe: Erstens werden Fehlleistungen aufgrund eines klaren Interface-Designs minimiert. Zweitens machen es benutzerfreundlich aufgebaute Systeme einfacher, komplexe Steuerungen zu erlernen und zu beherrschen. Wiederverwendbarkeit steigert die Effizienz Eines der wichtigen Grundprinzipien in zenon ist die Wiederverwendbarkeit von Objekten und Bildschirmelementen. Dies ermöglicht es, sehr effizient zu projektieren sowie spätere Anpassungen zentral und schnell umzusetzen und zu verteilen. \“Für Krones ist es wichtig, an zentraler Stelle ein durchgängiges Corporate Design für alle Touchscreens zu entwickeln und dieses an die verschiedenen Sparten zu verteilen, so dass alle Maschinen und Anlagen dieses Oberflächendesign konzernweit einsetzen können\“, erklärt Thomas Stauber, Leiter HMI-Systeme, Forschung und Entwicklung bei der Krones AG. Gestaltungsfreiheit geboten Neben der Mehrfachverwendung von Objekten ermöglicht zenon auch die Gruppierung von zusammengehörigen Elementen, die freie Platzierung sowie Gestaltung der Elemente. Vorhandene und erweiterbare Symbolbibliotheken vereinfachen die Arbeit der Oberflächendesigner und Projektierer erheblich. Da alle Vorgaben und Verknüpfungen zentral gespeichert werden, ist ein durchgängiges Look & Feel sowie eine effiziente Anpassung des Designs stets gewährleistet. Neben einem umfassenden Set an Standardelementen aus Schriften, Farben, Rahmen und Schattierungen bietet die HMI/Scada-Software heute auch moderne Designmöglichkeiten wie freie Schablonenformen, Schattendarstellung bei Elementen inklusive Transparenz, freies Drehen sowie universelle und asymmetrische Buttons. Dank der Integration der Windows Presentation Foundation (WPF) kann der Projektant mittels XAML-Dateien die Bedienoberfläche entsprechend den Anforderungen im gewünschten Design des Benutzers aufbauen. \“zenon bildet für uns eine ideale Plattform, um benutzerfreundliche und intuitive Benutzeroberflächen aufzubauen. Die HMI/Scada-Software ermöglicht es uns, unsere Anforderungen an eine Bedienoberfläche in Verbindung mit eigenen Programmerweiterungen umfassend und detailgerecht abzubilden. Wir schätzen die Freiheit in der Gestaltung unserer Benutzeroberflächen sehr\“, erklärt Thomas Stauber. Für zusätzlichen Komfort sorgt die Online-Sprachumschaltung und Einheitenumschaltung. So können die zenon-Anwendungen – ohne zusätzlichen Entwicklungsaufwand – international eingesetzt werden. Durchdachte Visualisierung In enger Zusammenarbeit mit Kunden, der eigenen Service-Abteilung sowie externen Spezialisten hat Krones auf Basis der HMI/Scada-Lösung zenon ein neues Bedienkonzept für die rund 50 verschiedenen Maschinentypen des Unternehmens entwickelt. Die neue Visualisierung ist heute stärker an den individuellen Bedürfnissen und Kenntnissen der Bediener orientiert und lässt sich noch einfacher und intuitiver bedienen. Der Konzern aus Neutraubling legte dabei vier Hauptkriterien für die Umsetzung eines neuen Bedienkonzepts zugrunde: – eine aufgabenorientierte Bedienstruktur, – eine wahrnehmungsorientierte Benutzerführung und Navigation, – ein lösungsorientiertes Meldesystem, – eine Übersicht bei gekoppelten Maschinen. Aufgabenorientiert arbeiten Bisher orientierte sich das Krones-Bedienkonzept vorrangig an den technischen Funktionen der Maschinen. \“Bediener denken jedoch in Aufgaben. Sie müssen ihre Aufgaben erfüllen und Aufgabe ist es, die Produktion aufrechtzuerhalten\“, erklärt Robert Giehrl. Die neue Benutzeroberfläche stellt alle Funktionen und die zugehörigen Informationen wie beispielsweise Prozesswerte aufgabenorientiert zur Verfügung – sei es ein Energiemonitor, eine Produktionsstatistik oder eine Übersicht der Parameter. Treten Änderungen – beispielsweise der Prozesswerte – ein, kann der Bediener schnell darauf reagieren und somit die Prozessqualität und Produktqualität sicherstellen. Intuitive Navigation, schnelle Orientierung Die Bedienerführung der Krones-Maschinen war bisher als Menübaum aufgebaut, der den Bediener von Seite zu Seite und von Funktion zu Funktion leitete – ein weit verbreitetes Konzept. Heute umfasst die Bedienoberfläche insgesamt drei Navigationsebenen. Der Bediener findet schon auf der Startseite alle Funktionen, die er für die Erfüllung seiner Aufgaben benötigt. Aussagekräftige Bedienelemente Auch die bisher genutzten Bedienelemente und Symbole hat Krones überarbeitet. Farbige Elemente unterstützen heute die optimale Orientierung auf der Benutzeroberfläche und korrekte Interpretation der Bedienelemente. Das neue Design der Icons plus Text hilft den Anwendern dabei, die gewünschte Funktion in der Hauptnavigationsleiste auszuwählen. \“Untersuchungen belegen, dass optimale Bedienelemente eine Kombination aus Symbol und Text darstellen sollten. Obgleich Symbole eingesetzt werden sollen, sind sie für sich alleine stehend oftmals unklar oder irreführend. Zudem gibt es wenige internationale Standards\“, ergänzt Timo Pronold, Usability Engineer bei der Krones AG, \“Eine Text-Symbol-Kombination ermöglicht auch dem Anfänger eine schnelle Einarbeitung. Für den Profi ist das Icon ein Schnellerkennungsmerkmal.\“ Schnelle Diagnose, schnelle Fehlerbehebung Eine der größten technischen Neuerungen in der Krones-Maschinenbedienung ist das lösungsorientierte Meldesystem, um Fehler zu finden und Diagnosen zu stellen. Das neue Meldungsmanagement erlaubt eine einfache Navigation und einen schnellen Wechsel zwischen Meldeliste, Meldebeschreibung und Störort-Übersicht. Die strukturierten Meldebeschreibungen geben dem Mitarbeiter verständliche und nachvollziehbare Informationen, wer die Störung beheben kann, um welche Störung es sich handelt und wo sich diese befindet. Robert Giehrl von Krones: \“Die Texte müssen in Einfachheit und Prägnanz dem Wissens- und Erfahrungsstand der Mitarbeiter angepasst sein – nicht dem Techniker, der die Maschinenvisualisierung entwickelt. Die große Kunst ist es dabei, auf Basis der vorliegenden Maschinenzustände oder Ereignisse dem Bediener Hinweise zu geben, was er konkret unternehmen muss.\“ An einem Beispiel erläutert: In vorangegangenen HMI-Versionen erhielt der Bediener beispielsweise nur die Meldung \’Serienfehler Flaschenbreitenmessung\‘. Heute ist das Meldungssystem viergeteilt: Der Bediener erhält die klare Information, dass Flaschen ausgeworfen wurden. Darüber hinaus erfährt er die Ursache hier, beispielsweise: Die Flaschenbreite mehrerer aufeinanderfolgender Flaschen lag außerhalb der festgelegten Grenzwerte. Zudem liefern das Fehlerbild und das elektrische Betriebsmittelkennzeichen die konkrete Ortsangabe und ermöglichen so eine einfache Lokalisierung (Betriebsmittel: elektrisches Bauelement, Baugruppe oder Komponente einer elektrischen Anlage). Ergänzend erklären ausführliche Instruktionen die Handlungsschritte im Detail. Das Meldungssystem für die verschiedenen Maschinentypen von Krones umfasst zwischen 500 und 5.000 Hauptmeldungen, ergänzt mit dynamischen Zusatztexten und kritischen Prozesswerten. Maschinenübergreifende Informationen und Funktionen für die effiziente Produktion Die Maschinenübersicht stellt dem Bediener maschinenübergreifende Informationen und Funktionen an jedem Bedienterminal zur Verfügung. Per Knopfdruck können alle produktionsrelevanten Funktionen aktiviert und zusammengehörige Maschinen wie z.B. Blasmaschine, Etikettiermaschine und Füller im ErgoBloc gekoppelt oder entkoppelt werden. Darüber soll die Statusanzeige künftig Informationen zu den Verbrauchsmaterialien sowie Produktionswerte bieten. Durchgängigkeit sorgt für Effizienz Die einheitliche Maschinenvisualisierung auf Basis von zenon ermöglicht es heute, die Maschinen des gesamten Krones-Produktportfolios zu bedienen – von der Fülltechnik, Etikettiertechnik, Kunststofftechnik, Prozesstechnik, Pack- und Palettiertechnik, Inspektionstechnik, Reinigungstechnik und Pasteurtechnik bis hin zur Transporttechnik. Ein durchgängiges Look & Feel an allen Bedienstationen erleichtert es Bedienern, sich schnell zurechtzufinden. Weitere Individualisierung als Trend
Komplexität beherrschen
-
Stahlketten sichern Performance von Umreifungsanlagen
Gut verpackt
Wer seine Produkte in die ganze Welt verschickt, muss sicher sein können, dass sie ihr Ziel auch unbeschadet erreichen. An einer Transportsicherung führt deshalb kein Weg vorbei. Mögliche…
-
Security
Cyber-Sicherheit wird zum integralen Bestandteil der Maschinenkonzepte
Ab 2027 wird Cyber-Sicherheit verpflichtend: Maschinenhersteller müssen umfassende Security-Maßnahmen wie Security-by-Design und Update-Strategien integrieren. Phoenix Contact unterstützt praxisnah.
-
Bis 250mm Zeichenhöhe
Die fehlerunanfällige, widerstandsfähige Konstruktion und die einfache Bedienung sind die großen Vorteile der industriellen Großanzeigen der Serie S302.
-
Sensor für robuste Absolutpositionierung
Präzision im Heavy-Duty-Modus: Weg-Codier-System mit IO-Link
Wo automatisierte Laufkatzen und Hafenkräne tonnenschwere Lasten bewegen, benötigt die Steuerung absolute Positionsgeber für Positions- und Geschwindigkeitsdaten. Raue Umgebungsbedingungen dürfen die Zuverlässigkeit der Sensorik nicht beeinträchtigen. In solchen…
-
Zertifizierung nach IEC62443-4-1/2
Sicherheitssteuerung
Im November erhielt die Sicherheitssteuerung Flexi Compact von Sick vom Tüv Süd die Zertifizierung nach IEC62443-4-1/2.
-
Auftragsbestand im Verarbeitenden Gewerbe im September: +0,6% zum Vormonat
Der reale (preisbereinigte) Auftragsbestand im Verarbeitenden Gewerbe ist nach vorläufigen Ergebnissen des Statistischen…
-
Komponenten für energieoptimierte Maschinenkonzepte
Effizient antreiben, intelligent bremsen
Der Auftritt von KEB Automation auf der SPS steht ganz im Zeichen der…
-
Sicher und vollständig kalibrieren: detaillierte Checkliste von DataTec
Checkliste für sichere und vollständige Messgeräte-Kalibrierung
Messgeräte entsprechen ab Werk nur für begrenzte Zeit ihren Spezifikationen – meist ein…
-
Kabelmanagement-Lösung
Kabeldurchführungsplatte für extreme Außenbedingungen
Mit der KEL-DPU-OD bringt Icotek eine Kabeldurchführungsplatte auf den Markt, die speziell für…
-
Weidmüller Stripax – jetzt auf der Conrad Sourcing Platform
Schnell, einfach und präzise abisolieren
Weidmüller bringt die neue Generation der Stripax-Abisolierzange auf den Markt.
-
Märkte für elektronische Komponenten und Baugruppen wachsen zweistellig
Die globalen Märkte für elektronische Komponenten und Baugruppen verzeichnen ein starkes Wachstum.
-
Werkzeugmaschinenbestellungen haben Talsohle erreicht
Im dritten Quartal sank der Auftragseingang in der deutschen Werkzeugmaschinenindustrie um 5%.
-
Ginzinger und Limes Security
Whitepaper zeigt praxisnahen Weg zum Cyber Resilience Act
Ginzinger Electronic Systems und Limes Security haben ein gemeinsames Whitepaper zum Cyber Resilience…
-
Industrielle Bildverarbeitung
Neues Deep-Learning-Feature in Halcon 25.11
MVTec erweitert seine Machine-Vision-Software Halcon 25.11 um das neue Deep-Learning-Feature Continual Learning.
-
Panduit stellt besonders kurzen, geschirmten Keystone-RJ45-Jack vor
Keystone-Buchse: kompakt und kurz
Panduit erweitert sein Portfolio um kompakte Cat-6/Cat-6A-Keystone-Module, die sich einfach in Standard-Keystone-Aufnahmen vieler…
-
OPC UA für die Feldebene
Aktueller Status und Ausblick
OPC UA FX (Field eXchange) ist ein zentraler Bestandteil der Weiterentwicklung von OPC…
-
Inverse modulare Kabeldurchführungen mit geteiltem Rahmen
Flexible Kabeldurchführung
Mit KDSI-SR-G erweitert Conta-Clip sein modulares Kabeldurchführungssystem um einen zweigeteilten Rahmen, der die…
-
Sichere Fernwartung – leicht gemacht
Keine Chance für Cyber-Brechstangen
Online-Kriminelle haben die OT für sich entdeckt – das zeigen u.a. rasant steigende…
-
Neue Not-Halt-Baureihe
Robuste Not-Halt-Schalter mit M12-Anschluss
Mit Quartex Connect bringt Schlegel eine neue Not-Halt-Baureihe für 22,3mm-Bohrungen auf den Markt…
-
Indien und Brasilien bleiben Wachstumsstützen für den Maschinenbau
Die weltweite Geschäftslage der Maschinen- und Anlagenbaufirmen aus Deutschland und Europa zeigt weiterhin…
-
TKD Kabel erweitert Produktfinder zum Kundenportal
Schneller zum Kabel, das passt
TKD Kabel hat seinen Online-Produktfinder zu einem kundenorientierten Portal ausgebaut, das den Zugang…
-
VDMA-Studie
Mehr als die Hälfte der Maschinen- und Anlagenbauer setzt auf OPC UA
Laut aktueller Interoperabilitätsstudie des VDMA sehen 84% der Unternehmen einen konkreten Bedarf an…
-
Energieverbrauch der Industrie um 1,9% gestiegen
Die deutsche Industrie hat im Jahr 2024 insgesamt 3.343 Petajoule Energie verbraucht.
-
Time Sensitive Networking
TSN-Layer-3-Switch für präzise Echtzeitkommunikation
Mit dem TSN-6325-8T4S4X präsentiert Spectra einen Managed Industrial Ethernet Switch, der für zeitkritische…
-
Für Motion-Control-Anwendungen
BiSS-Master-Chip mit SPI und RS-422-Transceiver
Mit iC-MBE stellt iC-Haus einen SPI-zu-BiSS-Master-Konverter vor, der die Integration der offenen BiSS-…
das könnte sie auch interessieren
-
Lapp stellt auf der SPS 2025 aus
Verbindungslösungen für industrielle Automatisierung von Morgen
-
Multivariable und energieeffiziente Steuerung
Multivariabel und energieeffizient
-
Sensoren, Ladekabel und Cybersicherheits-Zertifizierung
Zertifizierte, sichere Entwicklungsprozesse
-
OPC UA als Enabler für Data Spaces und KI
Semantische Standards

















