SPS: Was haben Sie sich für Ihr neues Betätigungsfeld für Ziele gesteckt? ABB möchte sich auf dem Gebiet der diskreten Fertigungsindustrie als kompetenter Partner etablieren. Um die Präsenz in dieser Industrie auszubauen und Wachstumschancen im Service konsequenter auszuschöpfen, hat ABB zum 1. Januar 2010 die Automationsdivisionen reorganisiert. Die Division umfasst Produkte und Systeme für die diskrete Fertigungsindustrie wie Roboter und speicherprogrammierbare Steuerungen sowie Antriebsprodukte, also Motoren und Umrichter. Wir haben uns nach den Bedürfnissen unserer Kunden ausgerichtet und damit stehen wir unseren Kunden als kompetenter Partner für seine Anwendungen zur Verfügung. Natürlich sind wir realistisch und wissen sehr wohl, wo wir derzeit stehen. Wir konzentrieren uns deshalb zunächst vor allem auf diejenigen Felder, auf denen wir stark sind. Das sind der Bereich Erneuerbare Energien, die Antriebstechnik und die Robotertechnik. Was das Produktportfolio betrifft, haben wir eine einmalige Ausgangslage, wie sie sich so keinem anderen Unternehmen bietet. Hinzu kommt, dass sich unsere Produkte aus der Steuerungs-, Antriebs- und Robotertechnik hervorragend ergänzen. SPS: Sie haben in Ihrem Berufsleben sehr tiefgehende Erfahrung im Bereich der Automatisierungstechnik gesammelt. Welchen Einfluss hat dies auf Automatisierungsprodukte von ABB? Die Automatisierungstechnik ist quasi das Herz oder das Hirn jeder Industrieanlage, je nachdem welche Aufgaben sie dort zu erfüllen hat. ABB hat dies erkannt und setzt hier klar die Schwerpunkte. Antriebe, Steuerungen und Roboter arbeiten dabei Hand in Hand. Für die Industriekunden ergibt sich aus der Zusammenarbeit mit ABB ein einzigartiger Vorteil: Alles basiert auf einer Plattform von einem Hersteller. Die einzelnen Produkte kommunizieren reibungslos miteinander. Weitere Vorteile ergeben sich in der Softwarewelt durch die Verwendung gleicher Engineering-Standards und Applikationssoftware. In Verbindung mit unseren Safety-Produkten ist das von großer Bedeutung. SPS: Die Stärke von ABB liegt darin, auch sehr große Anlagenprojekte durchführen zu können. Welche Bedeutung hat da der OEM-Markt bzw. der klassische Maschinenbau-Markt für ABB? Die OEM sind mit Sicherheit die ganz wesentlichen Zielmärkte der ABB. Die Ausrichtung der Organisation unserer Division nicht zuletzt auch auf diesen Kundenstamm belegt, dass wir der perfekte Partner für sie sind – zumal die OEM wie auch wir international denken und handeln. Um ein Beispiel zu geben: 90% der Erzeugnisse des deutschen OEM-Markts gehen in den Export. Die ABB hat durch ihren \’globalen Footprint\‘, also durch ihre weltweite Service- und Logistik-Präsenz, international agierenden Herstellern viel zu bieten. Einen fast schon legendären Ruf genießt unser europäisches Zentrallager für Motoren, Umrichter und Roboterersatzteile in Menden. Expresslieferungen erreichen jeden Kunden in Europa bereits am nächsten Tag und in besonders dringenden Fällen per Flugzeug oder Helikopter noch am gleichen Tag. SPS: Auch die Gruppe der OEMs oder Serienmaschinenbauer verlangt immer häufiger ein \’System aus einem Guss\‘. Die Integrationsaufgabe liegt damit beim Hersteller. Was hat ABB dieser Gruppe zu bieten? Wir bieten diesen Unternehmen zum einen eine jahrelange Erfahrung in den Anwendermärkten der Antriebstechnik. Hier ist ABB traditionell stark. Auch die nationale und internationale Gesetzgebung kommt uns entgegen. Die zunehmend strengeren gesetzlichen Richtlinien zwingen die Anwender, ihre Prozessabläufe immer weiter zu optimieren. Ein weiteres großes Thema ist die Energieeffizienz, die zur Kernforderung für die Antriebstechnik in der Industrie geworden ist. Angesichts weiter steigender Strompreise ist das inzwischen ein ganz wichtiger Wettbewerbsfaktor. Die Industrie vergeudet noch zu viel Strom. Bekanntermaßen gehen laut ZVEI gut zwei Drittel des dort verbrauchten Stroms auf das Konto der elektrischen Antriebe. Wir haben es mit gewaltigen Einsparpotenzialen in Milliardenhöhe zu tun. Hier liegt für ABB eine enorme Chance. Schließlich sind wir im Bereich der energieeffizienten Antriebe weltweit führend. Um nur zwei Zahlen zu nennen: Die installierte Basis von ABB-Niederspannungsantrieben spart jährlich eine Strommenge, die ausreichen würden, den Jahresbedarf von 54Mio. Haushalten in der EU zu decken. Des Weiteren ließen sich durch die weltweite Optimierung von Motorantriebssystemen Energieeinsparungen erzielen, die der jährlichen Leistung von 250 Kernkraftwerken entsprechen. SPS: Im Bereich der erneuerbaren Energien liegt noch viel Potenzial für Automatisierungstechnik. Hier sind Erfahrungen im Großanlagenbau ebenso nützlich, wie aus dem Maschinenbau. Ist dieser Markt nicht wie geschaffen für das Portfolio und die Kompetenz von ABB? Ja, da stimme ich Ihnen voll und ganz zu. Nicht umsonst ist ABB genau in diesen Märkten so stark. Unsere Division hält ein sehr breit gefächertes Angebot für den Sonnen- und Windenergiesektor bereit. Im Bereich der Erneuerbaren Energien ist unsere Technik von der Produktion über den Einsatz in der Stromerzeugung bis zur Erzeugung und Netzeinspeisung präsent. Beispiel Solar: In der Produktion von Wafern, Solarzellen und Modulen sind unsere Roboter mit vielfältigen Aufgaben im Einsatz – vom Handling und Präzisionsschneiden der Komponenten über Montage und Löten bis zum Verpacken und Palettieren der fertigen Produkte. Am Einsatzort berechnen unsere Steuerungen den Sonnenverlauf für das Solartracking und sorgen für ein sicheres Positionieren der Solarmodule bei Sturm. Unsere Solarwechselrichter sorgen schließlich dafür, dass der erzeugte Strom ins Netz kommt. Wir haben dazu im letzten Jahr unser Portfolio bis in den Megawatt-Bereich erweitert. Im Bereich der Windkraftanlagen beliefern wir als ein führender Hersteller von Antriebstechnik die Kunden mit Technologien zur Energieerzeugung und Netzeinspeisung. Wir liefern Generatoren und Konverter im Nieder- und Mittelspannungsbereich für On- und Offshore für alle üblichen Antriebskonzepte, dazu noch alle weiteren Schlüsselkomponenten wie Schaltanlagen oder die Steuerungstechnik. Nicht zuletzt gelingt es uns auf dem Feld der Erneuerbaren Energien mit Innovationen immer wieder Maßstäbe zu setzen. Für sprichwörtlich frischen Wind wird ein neues Lackierportal für Rotorblätter für Windkraftanlagen aus der Entwicklungsabteilung von ABB Robotics sorgen. Mit der innovativen Beschichtungstechnologie kann zwischen 10 und 40% Lack eingespart werden. Neben dem direkten Einsparpotenzial beim Lack erreichen wir dadurch ein geringeres Gewicht der Rotorblätter und damit ein energieeffizienteres System. SPS: Wie wird sich das Portfolio von ABB weiterentwickeln? Wir werden sicherlich die Vorteile, die wir unseren weltweiten Kunden bieten, weiter ausbauen. Ein wichtiges Ziel für uns besteht darin, den Bereich Robotics auch in der Fertigungsindustrie zu positionieren. Des Weiteren wollen wir unsere Serviceangebote deutlich ausbauen. Auch hier wollen wir die Erfahrungen aus allen Geschäftsfeldern nutzen. Wenn ich alle Geschäftsfelder sage, dann meine ich nicht nur den reinen Produktservice, sondern einen Service, der bis in die Leittechnik reicht. Das Interview entstand im November 2010.
Interview mit Till Schreiter, ABB Partner der diskreten Fertigungsindustrie
-
Security
Cyber-Sicherheit wird zum integralen Bestandteil der Maschinenkonzepte
Ab 2027 wird Cyber-Sicherheit verpflichtend: Maschinenhersteller müssen umfassende Security-Maßnahmen wie Security-by-Design und Update-Strategien integrieren. Phoenix Contact unterstützt praxisnah.
-
Bis 250mm Zeichenhöhe
Die fehlerunanfällige, widerstandsfähige Konstruktion und die einfache Bedienung sind die großen Vorteile der industriellen Großanzeigen der Serie S302.
-
Sensor für robuste Absolutpositionierung
Präzision im Heavy-Duty-Modus: Weg-Codier-System mit IO-Link
Wo automatisierte Laufkatzen und Hafenkräne tonnenschwere Lasten bewegen, benötigt die Steuerung absolute Positionsgeber für Positions- und Geschwindigkeitsdaten. Raue Umgebungsbedingungen dürfen die Zuverlässigkeit der Sensorik nicht beeinträchtigen. In solchen…
-
Zertifizierung nach IEC62443-4-1/2
Sicherheitssteuerung
Im November erhielt die Sicherheitssteuerung Flexi Compact von Sick vom Tüv Süd die Zertifizierung nach IEC62443-4-1/2.
-
Elektroexporte im September: Bester Monat im Jahresverlauf
Die Exporte der deutschen Elektro- und Digitalindustrie sind im September um 9,6% gegenüber Vorjahr auf 22,2Mrd.€ gestiegen.
-
Komponenten für energieoptimierte Maschinenkonzepte
Effizient antreiben, intelligent bremsen
Der Auftritt von KEB Automation auf der SPS steht ganz im Zeichen der…
-
Stahlketten sichern Performance von Umreifungsanlagen
Gut verpackt
Wer seine Produkte in die ganze Welt verschickt, muss sicher sein können, dass…
-
Kabelmanagement-Lösung
Kabeldurchführungsplatte für extreme Außenbedingungen
Mit der KEL-DPU-OD bringt Icotek eine Kabeldurchführungsplatte auf den Markt, die speziell für…
-
Auftragsbestand im Verarbeitenden Gewerbe im September: +0,6% zum Vormonat
Der reale (preisbereinigte) Auftragsbestand im Verarbeitenden Gewerbe ist nach vorläufigen Ergebnissen des Statistischen…
-
Märkte für elektronische Komponenten und Baugruppen wachsen zweistellig
Die globalen Märkte für elektronische Komponenten und Baugruppen verzeichnen ein starkes Wachstum.
-
Werkzeugmaschinenbestellungen haben Talsohle erreicht
Im dritten Quartal sank der Auftragseingang in der deutschen Werkzeugmaschinenindustrie um 5%.
-
Ginzinger und Limes Security
Whitepaper zeigt praxisnahen Weg zum Cyber Resilience Act
Ginzinger Electronic Systems und Limes Security haben ein gemeinsames Whitepaper zum Cyber Resilience…
-
Sicher und vollständig kalibrieren: detaillierte Checkliste von DataTec
Checkliste für sichere und vollständige Messgeräte-Kalibrierung
Messgeräte entsprechen ab Werk nur für begrenzte Zeit ihren Spezifikationen – meist ein…
-
Panduit stellt besonders kurzen, geschirmten Keystone-RJ45-Jack vor
Keystone-Buchse: kompakt und kurz
Panduit erweitert sein Portfolio um kompakte Cat-6/Cat-6A-Keystone-Module, die sich einfach in Standard-Keystone-Aufnahmen vieler…
-
OPC UA für die Feldebene
Aktueller Status und Ausblick
OPC UA FX (Field eXchange) ist ein zentraler Bestandteil der Weiterentwicklung von OPC…
-
Inverse modulare Kabeldurchführungen mit geteiltem Rahmen
Flexible Kabeldurchführung
Mit KDSI-SR-G erweitert Conta-Clip sein modulares Kabeldurchführungssystem um einen zweigeteilten Rahmen, der die…
-
Sichere Fernwartung – leicht gemacht
Keine Chance für Cyber-Brechstangen
Online-Kriminelle haben die OT für sich entdeckt – das zeigen u.a. rasant steigende…
-
Neue Not-Halt-Baureihe
Robuste Not-Halt-Schalter mit M12-Anschluss
Mit Quartex Connect bringt Schlegel eine neue Not-Halt-Baureihe für 22,3mm-Bohrungen auf den Markt…
-
Weidmüller Stripax – jetzt auf der Conrad Sourcing Platform
Schnell, einfach und präzise abisolieren
Weidmüller bringt die neue Generation der Stripax-Abisolierzange auf den Markt.
-
TKD Kabel erweitert Produktfinder zum Kundenportal
Schneller zum Kabel, das passt
TKD Kabel hat seinen Online-Produktfinder zu einem kundenorientierten Portal ausgebaut, das den Zugang…
-
VDMA-Studie
Mehr als die Hälfte der Maschinen- und Anlagenbauer setzt auf OPC UA
Laut aktueller Interoperabilitätsstudie des VDMA sehen 84% der Unternehmen einen konkreten Bedarf an…
-
Energieverbrauch der Industrie um 1,9% gestiegen
Die deutsche Industrie hat im Jahr 2024 insgesamt 3.343 Petajoule Energie verbraucht.
-
Time Sensitive Networking
TSN-Layer-3-Switch für präzise Echtzeitkommunikation
Mit dem TSN-6325-8T4S4X präsentiert Spectra einen Managed Industrial Ethernet Switch, der für zeitkritische…
-
Für Motion-Control-Anwendungen
BiSS-Master-Chip mit SPI und RS-422-Transceiver
Mit iC-MBE stellt iC-Haus einen SPI-zu-BiSS-Master-Konverter vor, der die Integration der offenen BiSS-…
-
Industrielle Bildverarbeitung
Neues Deep-Learning-Feature in Halcon 25.11
MVTec erweitert seine Machine-Vision-Software Halcon 25.11 um das neue Deep-Learning-Feature Continual Learning.
das könnte sie auch interessieren
-
Multivariable und energieeffiziente Steuerung
Multivariabel und energieeffizient
-
Sensoren, Ladekabel und Cybersicherheits-Zertifizierung
Zertifizierte, sichere Entwicklungsprozesse
-
OPC UA als Enabler für Data Spaces und KI
Semantische Standards
-
Multilevel-Technologie vermeidet LC-Filter und senkt Energiekosten
Drei Level für weniger Verluste

















