Bei horizontalen Bewegungen kann in der Regel davon ausgegangen werden, dass bei einem Energieausfall Personen nicht gefährdet sind. Bei vertikalen Bewegungen kann es jedoch aufgrund der wirkenden Schwerkraft zu einem ungewollten Herabsinken, beispielsweise einer Lineareinheit zur Handhabung schwerer Teile, kommen. Im Rahmen einer Risikobeurteilung muss das in diesem Fall gegebene Risiko berücksichtigt werden. Dabei ist zu beachten, dass herkömmliche, in eine Lineareinheit integrierbare Haltevorrichtungen und auch Motorbremsen die Forderungen der Maschinenrichtlinie oft ausschließlich unter Idealbedingungen erfüllen. Bei geschmierten Führungen, mechanischem Verschleiß oder einem Verölen kann die Haltekraft der Bremsen deutlich unter das Nennhaltemoment sinken und die Achse abstürzen. Haben Personen Zutritt zu solchen Gefahrenbereichen oder müssen sie sich zeitweise wegen des Arbeitsablaufes unter der Achse aufhalten, muss aus Gründen der Arbeitssicherheit das Risiko durch versagende Haltebremsen ausgeschlossen bzw. minimiert werden. Mit auf dem Markt verfügbaren Lösungen eine hundertprozentige Sicherheit zu erzielen, erfordert meist einen unverhältnismäßig hohen Konstruktions- und Montageaufwand. \“Gängige wirksame Haltesysteme sind in der Regel externe Lösungen, also störende, von außen aufbauende Sicherungen\“, erklärt Jörg Bargheer, Produktmanager Lineartechnik beim Mindener Lineartechnikspezialisten Rose+Krieger. Diese externen Vorrichtungen sichern die Lasten zwar zuverlässig, benötigen jedoch viel Platz und zusätzliche Komponenten wie Führungsschienen. Lineartechnik mit integrierten Haltesystemen Neue integrierte Sicherungssysteme, wie sie in den Lineareinheiten RK DuoLine Safelock und RK MultiLine Safelock von Rose+Krieger stecken, sind sowohl den gängigen integrierten als auch den externen Haltesystemen überlegen. Sie halten schwerkraftbelastete Lineareinheiten in vertikaler oder schräger Anordnung zuverlässig und verhindern das ungewollte Absinken der Vertikalachse über alle Lebenszyklen der Linearführung. Da das integrierte System unabhängig von der Motorbremse arbeitet, blockiert es die Achse auch beim Demontieren des Motors bzw. der Antriebseinheit und dem damit einhergehenden Ausfall der Bremse. Die Sicherung löst unabhängig von einem Bediener bei Druckabfall selbstständig aus. So hält Safelock die Lasten sicher in der angefahrenen Position. Unfälle bei Wartungsarbeiten durch herabstürzende Führungsschlitten sollen damit ausgeschlossen werden. Auch bei gefetteten Schienen soll die Haltekraft des Systems garantiert sein. Sie beträgt bei den Lineareinheiten mit Safelock bis zu 2.000N. Da das Haltesystem in die Lineareinheiten integriert wurde, gibt es keine störenden Elemente außerhalb der Linearachse. Eine gesonderte Montagevorrichtung für das Sicherungselement ist nicht erforderlich. Es setzt auf der vorhandenen Kugelführungsschiene auf. \“Das Hüllmaß des Halte-elements ist nicht größer als der Führ-ungswagen. Der Schlitten verlängert sich lediglich um die Länge des Safelock-Elements\“, sagt Bargheer. Anwenderspezifische Lösung Die neuen Linearführungen entstanden als Problemlösung für eine Anwenderanfrage aus der Verpackungsindustrie. \“Für einen 3D-Pick-and-Place-Packer sollte an jeder vertikalen Achse das ungewollte Absinken des Schlittens verhindert werden\“, erinnert sich Bargheer. Die am Markt erhältlichen integrierbaren Haltesysteme waren spärlich gesät. Die angegebenen Haltekräfte galten nur für trockene Kugelschienen. \“Um auf gefetteter beziehungsweise geölter Kugelschiene eine zuverlässige Sicherung zu erreichen, hätten wir vier dieser Elemente verbauen müssen. Damit wäre die Sicherung in Summe teurer geworden als die Lineareinheit selbst.\“ Also entwickelten die Konstrukteure aus Minden mit RK Safelock ein eigenes Haltesystem, welches die Anwenderanforderungen zu einem vertretbaren Preis erfüllte. Pneumatische Sicherung mit Notfallbremsfunktion Im Normalbetrieb der Achse hält ein druckbeaufschlagtes Pneumatikaggregat das System offen. Bei Druckabfall durch einen wie auch immer verursachten Maschinenstillstand löst der Federspeicher der Mechanik aus und fixiert den Verfahrschlitten mit einer Haltekraft von bis zu 2.000N. Die Haltevorrichtung ist komplett in die Linear-einheit integriert, damit unsichtbar und vor äußeren Einflüssen weitestgehend geschützt. Das Safelock-Element hält Lasten bis zur maximalen Haltekraft sicher an Ort und Stelle. Auch für die Notbremsung von abwärts bewegten Massen kann das Safelock-Element eingesetzt werden. Bei Überlast sinkt der Schlitten langsam nach unten – im Gegensatz zu manch anderen Systemen, die in der gleichen Situation mit einem Totalausfall reagieren und die zu haltende Last auf einen Schlag freigeben. Da das Halteelement nur in eine Richtung wirkt, lässt sich der Schlitten bei Bedarf trotz aktiver Sicherung mit wenig Mühe nach oben bewegen und an einer beliebigen Position fixieren. \“Das kann Sinn machen, wenn beispielsweise ein Gegenstand unter dem Schlitten eingeklemmt wurde\“, erklärt Bargheer. Ausblick
Integrierte Haltesysteme als Notfallbremse
-
Security
Cyber-Sicherheit wird zum integralen Bestandteil der Maschinenkonzepte
Ab 2027 wird Cyber-Sicherheit verpflichtend: Maschinenhersteller müssen umfassende Security-Maßnahmen wie Security-by-Design und Update-Strategien integrieren. Phoenix Contact unterstützt praxisnah.
-
Bis 250mm Zeichenhöhe
Die fehlerunanfällige, widerstandsfähige Konstruktion und die einfache Bedienung sind die großen Vorteile der industriellen Großanzeigen der Serie S302.
-
Sensor für robuste Absolutpositionierung
Präzision im Heavy-Duty-Modus: Weg-Codier-System mit IO-Link
Wo automatisierte Laufkatzen und Hafenkräne tonnenschwere Lasten bewegen, benötigt die Steuerung absolute Positionsgeber für Positions- und Geschwindigkeitsdaten. Raue Umgebungsbedingungen dürfen die Zuverlässigkeit der Sensorik nicht beeinträchtigen. In solchen…
-
Zertifizierung nach IEC62443-4-1/2
Sicherheitssteuerung
Im November erhielt die Sicherheitssteuerung Flexi Compact von Sick vom Tüv Süd die Zertifizierung nach IEC62443-4-1/2.
-
Elektroexporte im September: Bester Monat im Jahresverlauf
Die Exporte der deutschen Elektro- und Digitalindustrie sind im September um 9,6% gegenüber Vorjahr auf 22,2Mrd.€ gestiegen.
-
Komponenten für energieoptimierte Maschinenkonzepte
Effizient antreiben, intelligent bremsen
Der Auftritt von KEB Automation auf der SPS steht ganz im Zeichen der…
-
Stahlketten sichern Performance von Umreifungsanlagen
Gut verpackt
Wer seine Produkte in die ganze Welt verschickt, muss sicher sein können, dass…
-
Kabelmanagement-Lösung
Kabeldurchführungsplatte für extreme Außenbedingungen
Mit der KEL-DPU-OD bringt Icotek eine Kabeldurchführungsplatte auf den Markt, die speziell für…
-
Auftragsbestand im Verarbeitenden Gewerbe im September: +0,6% zum Vormonat
Der reale (preisbereinigte) Auftragsbestand im Verarbeitenden Gewerbe ist nach vorläufigen Ergebnissen des Statistischen…
-
Märkte für elektronische Komponenten und Baugruppen wachsen zweistellig
Die globalen Märkte für elektronische Komponenten und Baugruppen verzeichnen ein starkes Wachstum.
-
Werkzeugmaschinenbestellungen haben Talsohle erreicht
Im dritten Quartal sank der Auftragseingang in der deutschen Werkzeugmaschinenindustrie um 5%.
-
Ginzinger und Limes Security
Whitepaper zeigt praxisnahen Weg zum Cyber Resilience Act
Ginzinger Electronic Systems und Limes Security haben ein gemeinsames Whitepaper zum Cyber Resilience…
-
Sicher und vollständig kalibrieren: detaillierte Checkliste von DataTec
Checkliste für sichere und vollständige Messgeräte-Kalibrierung
Messgeräte entsprechen ab Werk nur für begrenzte Zeit ihren Spezifikationen – meist ein…
-
Panduit stellt besonders kurzen, geschirmten Keystone-RJ45-Jack vor
Keystone-Buchse: kompakt und kurz
Panduit erweitert sein Portfolio um kompakte Cat-6/Cat-6A-Keystone-Module, die sich einfach in Standard-Keystone-Aufnahmen vieler…
-
OPC UA für die Feldebene
Aktueller Status und Ausblick
OPC UA FX (Field eXchange) ist ein zentraler Bestandteil der Weiterentwicklung von OPC…
-
Inverse modulare Kabeldurchführungen mit geteiltem Rahmen
Flexible Kabeldurchführung
Mit KDSI-SR-G erweitert Conta-Clip sein modulares Kabeldurchführungssystem um einen zweigeteilten Rahmen, der die…
-
Sichere Fernwartung – leicht gemacht
Keine Chance für Cyber-Brechstangen
Online-Kriminelle haben die OT für sich entdeckt – das zeigen u.a. rasant steigende…
-
Neue Not-Halt-Baureihe
Robuste Not-Halt-Schalter mit M12-Anschluss
Mit Quartex Connect bringt Schlegel eine neue Not-Halt-Baureihe für 22,3mm-Bohrungen auf den Markt…
-
Weidmüller Stripax – jetzt auf der Conrad Sourcing Platform
Schnell, einfach und präzise abisolieren
Weidmüller bringt die neue Generation der Stripax-Abisolierzange auf den Markt.
-
TKD Kabel erweitert Produktfinder zum Kundenportal
Schneller zum Kabel, das passt
TKD Kabel hat seinen Online-Produktfinder zu einem kundenorientierten Portal ausgebaut, das den Zugang…
-
VDMA-Studie
Mehr als die Hälfte der Maschinen- und Anlagenbauer setzt auf OPC UA
Laut aktueller Interoperabilitätsstudie des VDMA sehen 84% der Unternehmen einen konkreten Bedarf an…
-
Energieverbrauch der Industrie um 1,9% gestiegen
Die deutsche Industrie hat im Jahr 2024 insgesamt 3.343 Petajoule Energie verbraucht.
-
Time Sensitive Networking
TSN-Layer-3-Switch für präzise Echtzeitkommunikation
Mit dem TSN-6325-8T4S4X präsentiert Spectra einen Managed Industrial Ethernet Switch, der für zeitkritische…
-
Für Motion-Control-Anwendungen
BiSS-Master-Chip mit SPI und RS-422-Transceiver
Mit iC-MBE stellt iC-Haus einen SPI-zu-BiSS-Master-Konverter vor, der die Integration der offenen BiSS-…
-
Industrielle Bildverarbeitung
Neues Deep-Learning-Feature in Halcon 25.11
MVTec erweitert seine Machine-Vision-Software Halcon 25.11 um das neue Deep-Learning-Feature Continual Learning.
das könnte sie auch interessieren
-
Multivariable und energieeffiziente Steuerung
Multivariabel und energieeffizient
-
Sensoren, Ladekabel und Cybersicherheits-Zertifizierung
Zertifizierte, sichere Entwicklungsprozesse
-
OPC UA als Enabler für Data Spaces und KI
Semantische Standards
-
Multilevel-Technologie vermeidet LC-Filter und senkt Energiekosten
Drei Level für weniger Verluste

















